Wasser verbindet: die Schifffahrt

 

Schon im Mittelalter gab es einen regen Schiffsverkehr von und nach Dithmarschen. Zwar segelten viele dieser Schiffe unter fremden Flaggen, es gab aber auch einige große Dithmarscher Bauern, die über eigene Schiffe verfügten und damit das Haupthandelsgut des Landes, Getreide, exportierten. Ausfuhrhäfen waren z. B. Marne, Meldorf und Schülp.
Die hiesige Schifffahrt ging überwiegend zur Rhein- und Wesermündung, aber auch um Jütland herum zu den Ostseeländern.
Gericht

Bei günstigem Wind brauchte ein Getreideschiff bis Holland zwei Tage - bis Danzig waren es zwei Wochen.
Durch diese Verbindungen kamen auch viele Luxusgüter ins Land: Keramik aus dem Rheinland und aus Nordhessen, Messing- und Kupferwaren aus den Niederlanden, ebenso Fliesen in allen Variationen. Im 19. Jahrhundert kam noch Steingut und andere Keramik aus England dazu - neben Schiffsladungen von Kohle.
Mit dem Eiderkanal (1784- 1895) blühten Schifferdörfer an der Eider wie Delve und Pahlhude auf.
Solange die Straßenverbindungen schlecht waren, blieb das Schiff das wichtigste überregionale Transportmittel; spätestens mit dem Bau der Marschbahn (1845- 1878) setzte jedoch der unaufhaltsame Niedergang der hiesigen Schiffahrt ein. Gleichzeitig blühte dadurch die Fischerei (Krabbenfang) in Büsum und später in Friedrichskoog auf.

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